Abraham
Das Wort „Gemeinde” finden wir in der Bibel ab dem Zeitpunkt, wo das Wort Familie von der Größe her einfach nicht mehr das beschreiben würde, wofür es stehen würde, vor allem wenn wir davon ausgehen, dass zur Zeit der ersten Erwähnung im 2. Mose das Volk Israel bereits einige hunderttausend Familienmitglieder hatte.
2. Mose 12
3 Redet zur ganzen Gemeinde Israel und sagt: Am Zehnten dieses Monats, da nehmt euch ein jeder ein Lamm für ein Vaterhaus, je ein Lamm für das Haus!
Es gehört zum Charakter Gottes in Familien zu denken und mit Abraham fing Gott an, seine Gemeinde zu bauen. Das halte ich daher für besonders wichtig, weil in der Ekklesiologie manchmal nur in das Neue Testament geschaut wird, wenn man Begründungen oder Hilfen dafür sucht, was Gemeinde ist und wie sie funktioniert. Dabei kann man dann schnell vergessen, dass Gemeinde nicht eine Organisationsstruktur ist, sondern in allererster Linie Familie. Daher lohnt der Blick darauf, wie Gott diese Familie gegründet hat. Dann verstehen wir auch, warum Abraham der Vater des Glaubens ist und nicht Noah oder Abel.
Röm 4
11 Und er empfing das Zeichen der Beschneidung als Siegel der Gerechtigkeit des Glaubens, den er hatte, als er unbeschnitten war, damit er Vater aller sei, die im Unbeschnittensein glauben, damit ihnen die Gerechtigkeit zugerechnet werde;
Dieser Vers macht deutlich, dass er auch für die Nationen ein Vater des Glaubens ist, weil er der erste Gründer der Gemeinde ist. Was war es, das Abraham dazu machte? War es seine Ethik oder sein sittlicher Lebenswandel? Nein, es war einzig und allein deshalb, weil er der Verheißung Gottes geglaubt hat. Diese Verheißung wurde zur Vision seines eigenen Lebens und diese Verheißung befähigte ihn, Dinge zu tun, die er sonst nie getan hätte. Und das ist die Grundlage jeder Gemeinde bis heute. Wir gehen nicht in die Gemeinde, weil wir als geistliche Familienmitglieder einen Ort suchen, wo Menschen mit der gleichen Ethik agieren, sondern weil wir die Verheißungen Gottes leben wollen.
Das war übrigens das Problem des Volkes Israel, dass sie nicht in den Verheißungen Gottes lebten, sondern nur eine Ethik suchten (Darauf gehen wir später bei Mose ein). Hier kommen wir zu einem wichtigen Punkt, denn wir befassen uns ja hier mit einem Ethikentwurf. Wenn also jemand nicht Gottes Verheißungen folgt, dann taugt jeder Ethikentwurf nichts. Eine Ethik ist nur gut für die Seele, unser Geist braucht sie eh nicht, denn dieser wird aus Gottes Wort vom Geiste Gottes bewegt. Unsere Seele braucht allerdings auch dann eine Ethik, weil sie Richtlinien braucht, da sie nicht so flexibel ist, wie unser Geist. Sie ist sogar dem Geist entgegengesetzt, wie wir im letzten Kapitel gelesen haben. Wenn wir das auf Gemeinde anwenden, dann kommen wir zu einer interessanten Aussage auch für die neutestamentarische Gemeinde.
Im griechisch-hellenistischen Kontext, den wir als Mitteleuropäer gut kennen, wollen wir gerne alles mit einer Entscheidung der Ratio begründen, übrigens auch unsere Bekehrung. Das ist insofern auch angemessen, als mit dieser wirklich unser neuer Geist geboren wird.
Aber was den Lebensstil angeht, reicht das nicht aus, um als Christ zu leben. So wie der Geist wachsen muss, so geht es in unserem geistlichen Leben darum, als Teil der geistlichen Familie den Verheißungen Gottes zu folgen, sonst sind wir nicht Teil der Familie. Damit will ich nicht eine andere Grundsatzfrage berühren, ob wir unser ewiges Leben dann auch verlieren, sondern zitiere die Worte Jesu:
Matthäus 7
21 Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr!, wird in das Reich der Himmel hineinkommen, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist.
Ist das nicht ein Votum Jesu gegen den griechischen Denkansatz? In jedem Fall beschreibt es den Lebensstil, der mit Abraham begann, nämlich den Willen Gottes zu tun, indem man den Verheißungen Gottes folgt. Wir sollten auch in unserem Gemeinden schauen, dass wir Menschen folgen, die den Verheißungen Gottes auf ihrem Leben nachjagen und von ihnen lernen es ebenso zu tun. Das setzt die Kraft Gottes frei, was man nicht von jedem Gemeindebaukonzept sagen kann.
Gemeinde und Pastoren
Die Diskussion, ob jemand als Christ ohne Gemeinde lebt ist damit auch hinfällig. Vielleicht mag es im Ausnahmefall für eine Zeit lang Situationen geben, wo es zu rechtfertigen ist, ohne Gemeinde zu leben, aber es ist in jedem Falle unnormal.
Natürlich muss Gemeinde auf der anderen Seite verstehen, was ihre Aufgabe ist und das ist nicht in erster Linie die Welt zu Jesus zu führen. Das ist erst Punkt zwei. Ihre erste Aufgabe ist es Familie für die Geschwister des Glaubens zu sein.
1. Johannes 4
20 Wenn jemand sagt: Ich liebe Gott, und hasst seinen Bruder, ist er ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er gesehen hat, kann nicht Gott lieben, den er nicht gesehen hat.
Daher sind Pastoren auch nicht Gemeindemanager, sondern Väter oder Mütter (wir wollen hier die weiblichen Pastoren bewusst erwähnen). Auch die Diskussion, ob das Pastorale Amt überhaupt biblisch sein, weil wir im Neuen Testament nur Bischöfe und Älteste (Epikopos) finden, führt in die Irre, weil man damit Gemeinde im Alten Testament komplett ausblendet. Es gab einen Abraham, einen Isaak, einen Jakob, einen Mose und andere Gemeindeleiter bereits dort. Kann es sein, dass sie deshalb nicht so explizit im Neuen Testament erwähnt werden, wie beispielsweise der Älteste oder der Diakon, der wirklich eine neue Funktion hatte, weil Gemeinde ja nun nicht mehr nur Familie nach dem Fleische war, sondern mit der geistlichen Wiedergeburt ganz andere Wachstumsformen annahm?
Gemeinde und Evangelisation
Evangelisation ist erst die sekundäre Aufgabe der Gemeinde. Wer also Gemeinde dafür kritisiert, dass sie nicht evangelisiert, der hat Gottes Heilsplan nicht verstanden. Denn auch ein Evangelist ist nicht der Macher von evangelistischen Events oder Großveranstaltungen.
Epheser 4
11 Und er hat die einen als Apostel gegeben und andere als Propheten, andere als Evangelisten, andere als Hirten und Lehrer,
12 zur Ausrüstung der Heiligen für das Werk des Dienstes, für die Erbauung des Leibes Christi,
13 bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zur vollen Mannesreife, zum Maß der vollen Reife Christi.
Die Aufgabe von Evangelisten ist es, die Gemeindefamilie zu trainieren, ein Zeugnis für die Welt zu sein. Dass wir diese Zusammenarbeit von Evangelisten und Pastoren im Reiche Gottes noch nicht sehen, ist auch nicht nur Schuld der Evangelisten, sondern es mangelt manchmal auf beiden Seiten an Verständnis dessen, wie Gott seine Gemeindefamilie wachsen lassen möchte. So ist ein Evangelist nichts ohne eine Gemeinde mit Pastor, in die er seine geistlichen Babies hineinführen kann und ein Pastor ist nichts ohne einen Evangelisten, der die Schäfchen trainiert sich geistlich zu vermehren.
Die Juden und der Heilsplan Gottes
Im Alten Testament war die Gemeinde also der Ort, wo die Offenbarungen Gottes gehütet wurden, ein Volk in den Wegen Gottes unterwiesen wurde und aus dem dann der Retter kommen sollte. Sie war also Entscheidend für Gottes Heilsplan. Gott wollte nicht, dass der Retter wie ein Fremder mit einem Raumschiff landet und dann seinen Rettungsplan runterrasselt. Er sollte in eine Familie hineingeboren werden, die ihn bereits erwartete. Diese Gemeinde des Alten Testaments ist heute zum Teil das Volk Israel und sie haben nach wie vor eine Aufgabe im Heilsplan Gottes. Daher ist schon hier sehr wichtig zu erwähnen, dass wir ohne unsere jüdischen großen Brüder gar keinen Retter gesehen hätten und dafür sollten wir ihnen ewig dankbar sein.
Ist die Aufgabe des jüdischen Volkes nun durch die geistlich geborenen Heidenchristen aufgehoben oder erfüllt? Einerseits Ja, weil Jesus nun schon dagewesen ist aber wir sollten sehen, dass die Heidenchristen primär die Aufgabe haben, die Juden zu Jesus zu führen:
Römer 1
16 Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht, ist es doch Gottes Kraft zum Heil jedem Glaubenden, sowohl dem Juden zuerst als auch dem Griechen
Die Juden haben nach wie vor die Aufgabe, das Heil Gottes in die Welt zu bringen. Natürlich müssen sie dafür Jesus erleben. Dafür sind eben die Nationen da:
Römer 11
11 Ich sage nun: Sind sie etwa gestrauchelt, damit sie fallen sollten? Auf keinen Fall! Sondern durch ihren Fall ist den Nationen das Heil geworden, um sie zur Eifersucht zu reizen.
Das ist von besonderer Bedeutung für die neutestamentarische Gemeinde. Sie muss wissen, dass eine ihrer primären Aufgaben als Familie ist, den Juden den Weg zum Heil zu zeigen. Sonst können diese der Welt das Heil nicht zeigen und der Heilsplan Gottes erfüllt sich nicht.
Die Generationen in der Gemeinde
Vielleicht haben manche so große Schwierigkeiten, die Juden als unsere älteren Geschwister in ihrer Aufgabe zu unterstützen, weil uns grundsätzlich etwas an Familienverständnis verloren gegangen ist, was im jüdischen Kontext selbstverständlich war. Gott nennt sich bereits ganz von Anfang mit einem interessanten Namen:
2.Mose 3
6 Dann sprach er: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Da verhüllte Mose sein Gesicht, denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen.
Gott nennt sich bewusst als Gott der drei ersten Generationen seiner Familie. Isaak hätte echte Probleme gehabt, wenn er nicht auf das hätte bauen können, was sein Vater und Großvater für ihn vorbereitet hatten. Manchmal denke ich, dass für manche Menschen Gemeinde der Ort ist, wo sterile Wahrheiten Gottes gelebt werden. Da wir in einem kulturellen Kontext leben, werden sich stetig Dinge verändern und Wahrheiten der Schrift immer effektiver und auch kulturell verändert ausgelebt werden. Während beispielsweise die Generation meiner charismatischen geistlichen Väter noch um das geistliche Überleben kämpfte, so kümmern sich neuere Generationen schon um effektives Gemeindewachstum und sinnvolle Strukturen. Dabei sollten wir aber eines nie vergessen: Wir können das nur, weil sie ihrer Verheißung gefolgt sind und ihre Salbung ist die Grundlage für unseren Dienst. Für eine Familie klingt das selbstverständlich, für Gemeinden heutigen Tages leider nicht immer.
Abraham und der Glaube
Was machte Abraham in seinem Glauben so sicher? Wenn wir genau hinschauen erlebte er ziemlich viele übernatürliche Begegnungen mit Gott, bis dahin, dass Gott mit zwei Begleitern personal sein Zelt besuchte. Der Hebräerbrief ergänzt, dass Abraham um die unsichtbare Welt wusste:
Hebräer 11
13 Diese alle sind im Glauben gestorben und haben die Verheißungen nicht erlangt, sondern sahen sie von fern und begrüßten sie und bekannten, dass sie Fremde und ohne Bürgerrecht auf der Erde seien.
Das ganze Leben von Abraham war durchzogen von wiederkehrenden Offenbarungen der Herrlichkeit Gottes, Wundern der Bewahrung, der Führung, der wirtschaftlichen Segnung und der Fruchtbarkeit. Diese Segnungen und Wunder kamen nicht durch eine christliche Ethik zustande, sondern durch seinen Glauben an die Verheißung. Abrahams Ethik ließ sogar sehr zu wünschen übrig, dann er brachte seine eigene Frau zweimal in höchste Gefahr, weil er sich nicht als Ehemann schützend zu ihr bekannte. Auch unsere Familien- und Erziehungsethik sollten wir bitte nicht aus seinem Umgang mit Ismael und Isaak ableiten. Abraham machte schwere pädagogische Fehler, wie den, dass er seinen eigenen Sohn Ismael ablehnte und von sich schickte. Die Verheißungen Gottes für das Volk, welches aus Ismael entspringen sollte sind da heraus mehr als nachvollziehbar.
Aber all das, obwohl es wichtig ist, lässt uns nicht darüber hinweg sehen, dass Abraham einer der wichtigsten Personen des gesamten Alten Testaments ist. Und der Grund dafür lag einzig in seiner geistlichen Schau, die ihn befähigte, den Glauben bis zum Ende zu bewahren.
Hebräer 11
1 Der Glaube aber ist eine Wirklichkeit dessen, was man hofft, ein Überführtsein von Dingen, die man nicht sieht.
2 Denn durch ihn haben die Alten Zeugnis erlangt.
Es gibt also Dinge die man nicht sieht. Woher wissen wir dann, dass sie dann sind? Weil wir sie im Geiste sehen. Das ist wichtig, weil die Seele sonst nicht hoffen kann. Sie braucht zum Hoffen Stoff. Dieser Stoff sind die Bilder und Worte, die Gott uns im Geist gibt. Daran kann die Seele sich solange festhalten, bis sie die Verheißung sieht.
Gottes Bund mit Abraham
Warum schloss Gott eigentlich einen Bund mit Abraham und wie sah dieser Bund aus?
1. Mose 17
4 Ich, siehe, das ist mein Bund mit dir: Du wirst zum Vater einer Menge von Nationen werden.
5 Und nicht mehr soll dein Name Abram heißen, sondern Abraham soll dein Name sein! Denn zum Vater einer Menge von Nationen habe ich dich gemacht.
6 Und ich werde dich sehr, sehr fruchtbar machen, und ich werde dich zu Nationen machen, und Könige werden aus dir hervorgehen.
7 Und ich werde meinen Bund aufrichten zwischen mir und dir und deinen Nachkommen nach dir durch alle ihre Generationen zu einem ewigen Bund, um dir Gott zu sein und deinen Nachkommen nach dir.
8 Und ich werde dir und deinen Nachkommen nach dir das Land deiner Fremdlingschaft geben, das ganze Land Kanaan, zum ewigen Besitz, und ich werde ihnen Gott sein.
Das Interessante ist, dass dieser Bund ziemlich einseitig war. Gott versprach Abraham ihn zu segnen. Die Verheißung war, dass er ein großes Volk werden sollte. Später lesen wir die einzige Bundesbedingung: Es ist die Beschneidung als eine Erinnerung daran, dass Gott diesen Bund mit Abraham geschlossen hat. Wenn dieser Bund nun einzig auf die Landrechte des Volkes Israel ausgelegt wird, greifen wir viel zu kurz. Gott verspricht Abraham Land, weil er ein Volk braucht, damit es einen Retter gibt, den dieses Volk am allernötigsten hat. Dafür gibt er ihnen ein Land, damit sie überhaupt ein Volk werden können. Das Wichtigste ist nun nicht das Land, sondern, dass sie Gott suchen. Wie wichtig ist denn nun das Land heute für sie? Haben sie nicht alles, was sie brauchen in Jesus? Eigentlich schon, nur sie wissen es noch nicht, weil die Nationen ihren Job noch nicht gemacht haben. Insofern wäre der Nahostkonflikt – wenn man von Schuld reden kann – eher auf der Schuld der Nationen entstanden, als auf der Rückkehr der Juden in ihr Land, das Gott Abraham versprochen hatte. Das umso mehr, weil die Nationen ihren Auftrag nicht nur nicht erkannt haben, sondern ganz im Gegenteil versucht haben, das Volk Israel auszurotten.
Egal, ob man messianische Juden oder arabische und palästinensische Christen fragt, die einzige Lösung des Nahostkonfliktes ist Jesus. Und das ist besonders wichtig zu verstehen, wenn wir die jetzige Zeit im Kontext des gesamten Heilsplanes Gottes anschauen. Es geht auf dieser Welt in dieser Endzeit, in der wir leben nur noch darum, dass wir die Enden der Erde mit dem Evangelium erreichen.
Abraham und der Zehnte
Wenn es um Finanzethik geht, dann kommen wir nicht um den Zehnten nicht herum. Schauen wir uns die erste Begebenheit der Bibel an, wo jemand den Zehnten gibt, kommen wir zu dramatischen Ergebnissen und schauen wir auf Sodom und Gomorra:
1. Mose 13
13 Die Leute von Sodom aber waren sehr böse und sündig vor dem HERRN.
Die großen Königreiche der Erde griffen die Könige des Sündenmolochs von Sodom und Gomorra an.
1. Mose 14
8 Und es zogen aus der König von Sodom und der König von Gomorra und der König von Adma und der König von Zebojim und der König von Bela, das ist Zoar; und sie ordneten sich zur Schlacht gegen sie im Tal Siddim:
Abraham wohnte deswegen in der Nähe dieser Städte, weil sein Onkel Lot dort beheimatet war. Dieser wurde mit der gesamten Bevölkerung dieser Städte nach einer großen Schlacht verschleppt. Was tat Abraham?
Er sagte nicht: „Na die haben es nicht besser verdient!“ sondern er setzte sich für seine Familie ein und für die Bewohner dieser Städte, die übrigens das Heimspiel der Schlacht vergeigten, weil sie mit ihrem eigenen Territorium nicht vertraut waren. Nein er nahm alles was er hatte und jagte den Weltmächten nach, um ihnen ihre Beute abzuringen:
1. Mose 14
14 Und als Abram hörte, dass sein Bruder gefangen weggeführt war, ließ er seine bewährten Männer, die in seinem Haus geborenen Sklaven, ausrücken, 318 Mann, und jagte ihnen nach bis nach Dan.
318 Mann gegen den Rest der Welt. Allein der Glaube Abrahams und seine Loyalität seiner Familie gegenüber machten das möglich und zum guten Schluss besiegte Abraham, der damals noch Abram hieß diese Weltreiche und kam siegreich zurück. Das zeigt, wie effektiv Gemeinde ist. Von der Kriegsbeute wollte er nichts behalten, was den Königreichen von Sodom und Gomorra gehörte.
Und nun kommt der Höhepunkt: Die Herzenshaltung Abrahams, alles was er hatte für eine gefallene Welt zu opfern, gefiel Jesus so sehr, dass er von seinem Thron stieg und bereits im Alten Testament in Person des Königs von Salem, dem König des Friedens Abraham entgegenkommt.
Hebräer 7
1 Denn dieser Melchisedek, König von Salem, Priester Gottes, des Höchsten, – der Abraham entgegenging und ihn segnete, als er von der Niederwerfung der Könige zurückkehrte,
2 dem auch Abraham den Zehnten von allem zuteilte – heißt übersetzt zunächst König der Gerechtigkeit, dann aber auch König von Salem, das ist König des Friedens.
3 Ohne Vater, ohne Mutter, ohne Geschlechtsregister, hat er weder Anfang der Tage noch Ende des Lebens, er gleicht dem Sohn Gottes und bleibt Priester für immer
Das ist schon eine gewaltige Sondersituation. Aber wie reagiert Abraham? Er gab Jesus den Zehnten von allem was er hatte. Wieso? Weil Abraham wusste, wer ihn gesegnet hatte und mit seinem Herzen nicht an diesem Reichtum hing. Und genau das ist das Entscheidende, das hinter dem Zehnten steht. Abraham konnte den Zehnten ja nicht in die Gemeinde geben, dann hätte er ihn sich ja selbst geben müssen. Daher ist der Zehnte nicht Teil des Mosaischen Gesetzes, sondern ein Teil des göttlichen Charakters. Wir können gerne geben, weil wir uns nicht auf das weltliche „seelisch“ motivierte Finanzsystem verlasen, sondern auf den Geist. Außerdem gehört dem Herrn eh alles, was wir haben und nicht nur 10% von unserem Besitz. Wenn wir also unser Geld und Vermögen im Gehorsam geben, weil wir von Gott abhängig sind und nicht vom System der Welt, dann haben wir mit dem Zehnten einen genialen Maßstab und ein Reden Gottes durch sein Wort.
Wer den Zehnten als Gesetz versteht, hat Gott nicht verstanden. Gott will am allermeisten, dass wir von Geist geleitet sind. Dafür müssen wir frei sein von der seelischen Autonomie, welche uns vorrechnen möchte, dass wer gibt, weniger hat. Der Geist sagt, wer gibt hat mehr, denn er wird ernten.
2. Korinther 9
6 Dies aber sage ich: Wer sparsam sät, wird auch sparsam ernten, und wer segensreich sät, wird auch segensreich ernten.
Das sagt Paulus im Hinblick auf Finanzen. Den Zehnten zu geben ist übrigens kein Automatismus, um gesegnet zu werden, denn Paulus sagt auch:
Römer 14
23 Wer aber zweifelt, wenn er isst, der ist verurteilt, weil er es nicht aus Glauben tut. Alles aber, was nicht aus Glauben ist, ist Sünde.
Wenn wir Glauben, dass Gott uns versorgt und nicht das System der Welt, dann können wir leicht und gerne den Zehnten geben und darüber hinaus noch viel mehr, ich sehe den Zehnten da mehr als Alttestamentarisches Minimum. Der Grund warum wir im Neuen Testament so wenig darüber finden, ist nicht, weil der Zehnte im neuen Testament abgeschafft wurde, sondern es hat sich nicht viel dran verändert, darum musste er nicht nochmals erwähnt werden. Wenn er erwähnt wurde, dann allerdings konstruktiv:
Matthäus 23
23 Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler! Denn ihr verzehntet die Minze und den Dill und den Kümmel und habt die wichtigeren Dinge des Gesetzes beiseite gelassen: das Recht und die Barmherzigkeit und den Glauben; diese hättet ihr tun und jene nicht lassen sollen.
Hier sagt Jesus selbst, dass wir den Zehnten nicht lassen sollen, vor allem dann nicht, wenn wir lieben.
Altes und Neues Testament
Der Gott des Alten Testamentes ist auch der Gott des Neuen Testamentes. Gott hat sich nicht verändert. Er ist nur in seinem Heilsplan vorangeschritten. Und wir sind Mitten in einem Ethikentwurf und wollen den Heilsplan Gottes für die Menschheit aufdröseln. Eine exakte Differenzierung, warum Gott gewisse Dinge in das später gegebene Gesetz des Mose aufgenommen hat und die Frage, wie wir unseren Glauben im Neuen Testament leben sollen ist entscheidend dafür, dass unser wiedergeborener Geist freigesetzt wird und wir nicht in einer gesetzlichen Ethik leben, die man irgendwie aus Schriftstellen her rechtfertigen möchte, die allerdings nicht das Bild des lebendigen Gottes widerspiegeln.
Es geht bei unseren Finanzen nicht um Regeln oder Gesetze, sondern darum, dass wir mit ihnen so umgehen wie Jesus es auch gemacht hätte.