Gottes Plan…
Warum hat Gott eigentlich die Welt geschaffen? Diese Frage mag stoisch anmuten, aber sie ist sehr wichtig. Das banale Problem ist, dass keiner von uns dabei war. Somit sind alle Untersuchung in die Genesis der Erde hinein und in die Eschatologie, also die Lehre der letzten Dinge, immer Spekulation. Zwei Dinge sind mir dabei allerdings wichtig zu bemerken:
- Alle Thesen der Genesis und der Endzeit dürfen nicht allein aus der Biblischen Prophetie hergeleitet werden, sondern sie müssen im Einklang stehen mit dem Gott der hier und jetzt seinen Charakter offenbart. Und gerade deshalb wage ich hier den Versuch einer Neudeutung der Berichte und Bibelverse, die wir über die Genesis haben. Denn wenn sie im Widerspruch zu unseren modernen pädagogischen, pneumatologischen, physikalischen oder um beim Thema zu bleiben: ethischen Erkenntnissen stehen, dann kann irgendetwas nicht ganz stimmen.
- Wir müssen sehr aufpassen, welche Assoziationen uns Deutungen dieser Dinge erzeugen. Wenn sie nur Angst, Gesetzlichkeit und Druck hervorbringen, der uns dazu führt, dass wir Gott noch weniger suchen wollen, weil immer mehr offene Fragen entstehen, als sie beantwortet werden, dann kann ebenfalls etwas nicht richtig sein.
Es bleibt zu erwähnen, dass die Bibel uns ja einiges an Antworten liefert:
Eph 1,4
Wie er uns in ihm auserwählt hat vor Grundlegung der Welt, dass wir heilig und tadellos vor ihm seien in Liebe,
Gott hat schon an Dich gedacht, bevor er die Welt erschaffen hat! Das ist sehr wichtig zu verstehen, denn die gesamte Schöpfung hatte nur ein Ziel: Gott wollte mehr Kinder haben! Was braucht ein Gott dazu:
- Einen Platz mit einem perfekten Setting
- Zwei Menschen (diese können sich ja dann reproduzieren)
- Sie sollen Gott in diesem perfekten Setting kennenlernen
- Sie sollen alle ihren älteren Bruder kennenlernen
- Sie müssen aus Gott geboren sein
- Sie sollen ewiges Leben haben
- Und einer von ihnen bist Du!
Es ist also schon mal hilfreich zu verstehen, dass Gott die gesamte Schöpfung gemacht hat, damit Du in ihr ihn kennenlernst! Wie hat Gott also angefangen?
…und sein Widersacher
1. Mose 1
1 Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde
2 Und die Erde war wüst und leer, und Finsternis war über der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte über dem Wasser.
Warum schafft Gott etwas Wüstes und Leeres? Ich weiß, dass einige Sprachwissenschaftler einige Klimmzüge anstellen, um damit zu beweisen, dass das hebräische Wort Tohuwabou eigentlich etwas ganz anderes bedeutet (aber meist nur, um alles was nun beispielsweise in meinem Essay über die unsichtbare Welt kommt zu demontieren). Wenn das so wäre, dann frage ich aber weiter, wann der höchste aller Engel, den Gott geschaffen hat, und dem er die Welt gegeben hat und der diese durch Misswirtschaft kaputt gemacht hat und der dann fiel und üblicherweise als Luzifer (von griechisch Luziferos: Lichtträger) bezeichnet wird, dies alles gemacht hat:
Hesekiel 28
12 Menschensohn, erhebe ein Klagelied über den König von Tyrus und sage ihm: So spricht der Herr, HERR: Du warst das vollendete Siegel, voller Weisheit und vollkommen an Schönheit,
13 du warst in Eden, dem Garten Gottes; aus Edelsteinen jeder Art war deine Decke: Karneol, Topas und Jaspis, Türkis, Onyx und Nephrit, Saphir, Rubin und Smaragd; und Arbeit in Gold waren deine Ohrringe und deine Perlen an dir; am Tag, als du geschaffen wurdest, wurden sie bereitet.
14 Du warst ein mit ausgebreiteten Flügeln schirmender Cherub, und ich hatte dich dazu gemacht; du warst auf Gottes heiligem Berg, mitten unter feurigen Steinen gingst du einher.
15 Vollkommen warst du in deinen Wegen von dem Tag an, als du geschaffen wurdest, bis sich Unrecht an dir fand.
16 Durch die Menge deines Handels fülltest du dein Inneres mit Gewalttat und sündigtest. Und ich verstieß dich vom Berg Gottes und trieb dich ins Verderben, du schirmender Cherub, aus der Mitte der feurigen Steine.
17 Dein Herz wollte hoch hinaus wegen deiner Schönheit, du hast deine Weisheit zunichte gemacht um deines Glanzes willen. Ich habe dich zu Boden geworfen, habe dich vor Königen dahingegeben, damit sie ihre Lust an dir sehen.
18 Durch die Menge deiner Sünden, in der Unredlichkeit deines Handels, hast du deine Heiligtümer entweiht. Darum habe ich aus deiner Mitte ein Feuer ausgehen lassen, das hat dich verzehrt, und ich habe dich zu Asche auf der Erde gemacht vor den Augen aller, die dich sehen.
19 Alle, die dich kennen unter den Völkern, entsetzen sich über dich; ein Schrecken bist du geworden und bist dahin auf ewig!
Sicherlich wird hier nicht über einen irdischen König sinniert, denn es wird von einem Cherub geredet, also einem Erzengel. Wenn also dieser Satan, wie er auch genannt wird, vorher die Erde regiert hat und nun gefallen ist und die Erde durch Misswirtschaft ruiniert hat, dann bleibt die Frage, wann Gott die Erde wieder ganz gemacht hat. Diese Phase beginnend mit 1. Mose 1,2 zu positionieren, halte ich für ziemlich sinnvoll. Ich weiß es gibt auch andere Theorien darüber, aber diese finde ich am nachvollziehbarsten. Wenn wir das im Hinterkopf behalten, ergeben sich daraus auch einige sinnvolle Konsequenzen:
Die Engelsschöpfung
Gott hat anscheinend die Engel vor den Menschen geschaffen. Warum? Weil sie uns dienen sollen:
Hebr 1
14 sind sie nicht alle dienstbare Geister, ausgesandt zum Dienst um derer willen, die das Heil erben sollen?
Das macht auch Sinn, wenn Gott ein perfektes Setting für die ersten Menschen vorbereitet, in dem sie ihn kennenlernen sollen. Nun haben diese Engel anscheinend einen Willen von Gott bekommen, sonst hätten sie sich ja nicht gegen ihn entscheiden können. Die Anzahl der Engel, die sich gegen Gott gestellt hat, wird in der Bibel an mehreren Stellen mit einem Drittel beziffert:
Offb 12
4 Und sein Schwanz zieht den dritten Teil der Sterne des Himmels fort, und er warf sie auf die Erde. Und der Drache stand vor der Frau, die im Begriff war, zu gebären, um, wenn sie geboren hätte, ihr Kind zu verschlingen.
Zugegeben zum Thema saubere Exegese müsste ich hier richtig tief in die Trickkiste greifen. Allerdings bei aller Exegese ist es genauso schwer in diesen Bibelvers etwas anderes hineinzuinterpretieren. Ich will auch auf etwas ganz andere hinaus. Egal ob Gott gewusst hat, dass sein höchster Engel abfallen würde oder nicht, eines bleibt doch festzuhalten:
Diese Panne- so sieht es zumindest auf den ersten Blick aus – hat Gott anscheinend nicht davon abgehalten seinen Plan mit Dir weiterzuführen. Anders ausgedrückt: die ganzen gefallenen Engel, die nun als Dämonen über den Erdball fleuchen, sind für Gott anscheinend kein ernstzunehmendes Hindernis gewesen, dass ihn dazu bewogen hätte, seinen Plan mit dir zu modifizieren oder zu unterbrechen. Wer mir nachsagt, ich würde viel über Dämonen reden, kennt mich wenig, denn ich rede viel lieber über die Engel. Diese sind in doppelter Anzahl vorhanden, wenn wir obige Stelle in diese Richtung auslegen, aber auch wenn nicht, dann gilt: Die Engel stehen unter göttlicher Weisung und sie sind da, um Dir zu dienen. Angst vor Dämonen ist daher nicht angebracht. Ganz im Gegenteil, ein Bewusstsein der Überlegenheit der göttlichen Heerscharen entspricht weitaus mehr der geistlichen Realität. Das ist, was Gott Dir so oder so sagt, ob ich nun recht habe oder nicht mit meiner Engelshypothese:
Eph 6
10 Zuletzt: Seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke.
11 Zieht an die Waffenrüstung Gottes, damit ihr bestehen könnt gegen die listigen Anschläge des Teufels.
12 Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in dieser Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel.
13 Deshalb ergreift die Waffenrüstung Gottes, …
Die unsichtbare Welt
Wenn Gott schon vor der Gründung der Welt an uns gedacht hat, ist die Frage, wo er dabei war. Diese Frage darf den Horizont des menschlichen Gedanken sprengen und sie wird meines Erachtens auch nicht in der Bibel beantwortet, wohl aber die Frage, wo Gott sich seinen Platz in der Schöpfung gemacht hat:
Hebr 12
22 Sondern ihr seid gekommen zu dem Berg Zion und zu der Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem, und zu den vielen tausend Engeln und zu der Versammlung
Gott wohnt also im himmlischen Jerusalem. Und dort ist auch das Hauptquartier der Engel, wie wir lesen können. Interessanterweise ist diese Stadt sogar auf einem geistlichen Berg, dem Zion. Das Wort Jerusalem mag dem christlichen Leser sicherlich sehr vertraut vorkommen. Es darf die Frage gewagt werden, welches Jerusalem zuerst bei der Namensgebung berücksichtigt wurde. Der Blick in die Geschichte Davids hilft uns weiter, denn dort steht, dass das irdische Jerusalem vormals Jebus hieß und von David umbenannt wurde:
1. Chr 11
4 Und David und ganz Israel zogen hin nach Jerusalem, das ist Jebus; denn die Jebusiter wohnten dort im Lande.
Bei David lesen wir auch schon eine bemerkenswerte oft missgedeutete Aussage über den himmlischen Tempel:
Psm 5
8 Ich aber darf in dein Haus gehen durch deine große Güte und anbeten vor deinem heiligen Tempel in deiner Furcht.
Solche Bemerkungen lesen wir in einigen davidischen Psalmen. Welchen Tempel meint David denn in seinem Psalm, denn der irdische Tempel zu Jerusalem wurde noch nicht gebaut. Wenn wir in die Bibel schauen hilft uns nun der Blick aufs Ganze:
Hebr 11
13 Diese alle sind im Glauben gestorben und haben die Verheißungen nicht erlangt, sondern sahen sie von fern und begrüßten sie und bekannten, dass sie Fremde und ohne Bürgerrecht auf der Erde seien.
Wenn wir also einige Schlaglichter der Bibel herauspicken, die uns solche himmlischen Sichten beschreiben, wird mehr und mehr offenbar, dass das keine Einzelerscheinungen waren, sondern etwas wozu wir alle berufen sind, wie es im Hebräerbrief ja für die Jetztzeit steht, nicht für die Episode nach unserem irdischen Ableben. Denn wenn der Autor des Hebräerbriefes (die Kirchenväter waren sich sicher, dass es Paulus war), darüber redet, sagt er, dass wir bereits dorthin gekommen sind und da er seinen Brief an die Hebräer sendet und nicht ins Totenreich, gilt das kanonisch auch für uns.
Abraham
Er sah die himmlischen Dinge und achtete daher sein irdisches Bürgerrecht für nichts. Also muss Abraham zu Lebzeiten eine Offenbarung der himmlischen Dinge bekommen haben.
Jakob
Er sah die Himmelsleiter und den offenen Himmel. Der geistliche Segen war ihm daher wichtiger als jeder irdische Segen.
Mose
Er baute die Stiftshütte nach dem Abbild, das er im Himmel gesehen hat.
David
Er legte seinem Sohn die Konstruktionspläne für den himmlischen Tempel vor, weil er den himmlischen Tempel im himmlischen Jerusalem gesehen hatte. Daher benannte er auch Jebus in Jerusalem um. Durch die Offenbarung über die himmlische Anbetung reorganisierte er den gesamten Anbetungsdienst und baute eine neue Stiftshütte, die Hütte Davids.
Hesekiel
Beschreibt in seinem Buch, wie er den Himmel durchschreitet und gemeinsam mit einem Engel den himmlischen Tempel abmisst.
Johannes (Autor der Offenbarung)
Er macht es Hesekiel gleich und misst den Tempel ein weiteres Mal ab.
Paulus
Selbst wenn er nicht der Autor des Hebräerbriefes ist, so ist seine Strategie, Menschen dahin zu führen, Gott mit aufgedecktem Angesicht in Herrlichkeit zu schauen, wie wir es im letzten Kapitel bereits gelesen haben.
Fassen wir also bis hierher zusammen:
- Gott wohnt im himmlischen Jerusalem in seinem Tempel. Dieses zuhause war nicht sein ewiges Zuhause, sondern Teil der göttlichen Schöpfung, wenn er erwähnt dass er Himmel und Erde erschaffen hat.
- Dort finden wir auch das Zuhause der Engel, die nicht gefallen sind.
- Interessanter Weise durfte der Teufel noch bis in die Zeit Hiobs hinein, in die Gegenwart Gottes treten, um mit Gott zu rechten, woher auch der Name: Diabolos (Dazwischenwerfer) kam.
- Die Schöpfung der unsichtbaren Welt ging die der sichtbaren voraus, denn der Bericht der irdischen Schöpfung beginnt erst im zweiten Vers des ersten Kapitel der Genesis, wo bereits der Teufel gefallen war.
- Es gab somit also eine geistliche Erde, weil die Erde ja dennoch im ersten Vers geschaffen ist und die Engel als geistliche Wesen sie ja bewohnten, obwohl die andere Dinge noch gar nicht erschaffen waren.
Joh 4
24 Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen in Geist und Wahrheit anbeten.
Die geistlichen Dinge waren zuerst. Deswegen lohnt es sich bei allen Hypothesen am Anfang darüber zu reden. Einen weiteren Grund finden wir im Epheserbrief:
Eph 2
6 Er hat uns mitauferweckt und mitsitzen lassen in der Himmelswelt in Christus Jesus,
7 damit er in den kommenden Zeitaltern den überragenden Reichtum seiner Gnade in Güte an uns erwiese in Christus Jesus.
Hier steht, dass der überragende Reichtum des Christus sich auf der Erde nicht erweisen kann, wen wir nicht mit Christus in der Himmelswelt sitzen. Hoffentlich wird nun immer deutlicher, warum ich bei den ersten Berichten der Bibel so auf diesen Aspekt eingehe. Er zieht sich wie ein roter Faden durch die ganze Bibel, ist die Mitte der Paulinischen-„in Christus“-Theologie und die Himmelswelt ist die eigentliche Realität in der wir Leben. Deswegen empfinde ich es auch von Nöten, diese pneumatologischen Dinge in einen Ethikentwurf zu integrieren, denn die “in Christus“-Theologie sollte sicherlich nicht die theologische Doktorarbeit des Paulus werden, sondern sein geistliches Erbe an die Römer und die gesamte Christenheit.
Die Grundlage
Die möglichst genaue Analyse der geistlichen Welt in den Berichten der Bibel ist nunmehr ein weiterer Schwerpunkt, den ich mit diesem Ethikentwurf darlegen will, denn mit dieser Erkenntnis erklären sich viele historische Berichte der Bibel wesentlich tiefgründiger, als wenn wir uns nur mit den oberflächlichen Phänomenen beschäftigen.
Es ist bewusst keine Dogmatik, sondern im weiteren Verlauf dieses Essay soll aufgezeigt werden, dass wenn wir eine saubere biblische Anthropologie voraussetzen und die pneumatologischen Aspekte nicht ständig und mit Vorsatz ausblenden oder relativieren, wie es in der gesamten Bibelkinde fast zum Sport geworden scheint, weil man damit natürlich sofort eine wissenschaftliche Kontroverse auslöst, dass wir zu Ergebnissen kommen, die ich zumindest bisher in keinem ethischen Standardwerk gefunden habe.
Wenn wir zur Kraft der Urgemeinde zurückkommen wollen, um im nächsten Schritt diese sogar zu vermehren, dann brauchen wir auch mehr solche Entwürfe und nicht nur solche, die uns zu erklären versuchen, dass wir uns doch mit den 10 Geboten begnügen sollten.
Genau diesen Hunger will ich in jedem Studenten und Leser wecken: Hunger nach der Herrlichkeit Gottes und nach Erkenntnis und Offenbarung die wir aus dem Worte Gottes für uns empfangen, weil Gott uns im Himmel dieser Anteil haftig werden lässt. Wenn das so passiert, werden wir die Früchte sehen, die ich schon angekündigt habe, als da wären eine stärkere Liebe für den Nächsten, die Verlorenen und die Mission und Autorität im Gebet für die Kranken, Armen und Bedürftigen.
Ich weiß, dass wenn das unter uns zunimmt wir vielleicht einige Probleme mit Theologen bekommen aber nicht mit der Welt, die wieder eine Kirche sehen will, die voller Kraft und Vollmacht ist. Dass geschieht allerdings nicht durch Ökomene und das finden des kleinsten Gemeinsamen Nenners, sondern indem wir dem Himmelreich (und bitte nur diesem) Gewalt antun.
Matt 11
12 Aber von den Tagen Johannes des Täufers an bis jetzt wird dem Reich der Himmel Gewalt angetan, und Gewalttuende reißen es an
Die Endzeit
In diesem Kapitel will ich nicht mehr auf die Endzeit selbst eingehen. Aber die Grundlage aller Endzeithypothesen sind die Alttestamentlichen Prophetien und die der Offenbarung des Johannes. Wenn es zwei unterschiedliche Städte mit dem Namen Jerusalem gibt und der Befund, dass wir schon zu Lebzeiten auch das himmlischen Jerusalem schauen und begehen sollen, dann ergibt sich auch die Frage von welchem Jerusalem die Rede in den genannten Prophetien ist.
Jer 3
17 In jener Zeit wird man Jerusalem den Thron des HERRN nennen, und alle Nationen werden sich zu ihr versammeln wegen des Namens des HERRN in Jerusalem. Und sie werden nicht mehr der Verstocktheit ihres bösen Herzens folgen.
Diese Prophetie aus dem Buch Jeremia ist sicherlich noch nicht erfüllt. Nun könnte man deuten, dass der Tempel in Jerusalem ja aufgebaut werden müsse, damit alle dann dort hinpilgern können. Das halte ich mit Respekt vor dem jüdischen Volk aber für ziemlich unlogisch, wenn Jesus uns den Weg auch ohne Priestertum und Mittler zum Vater frei gemacht hat.
Die These, dass es hier um den himmlischen Tempel geht, lässt diesem Bibelvers in einem anderen, aber wesentlich sinnvolleren Licht erstrahlen. Und wenn wir dem Missionsbefehl Jesus gewissenhaft befolgen, ist die Hoffnung groß, dass sich diese Weissagung bald erfüllt.
Daher wird auch für die spätere Deutung der letzten Dinge eine in diesem Sinne differenzierte Betrachtung sehr spannend werden und sei hier schon angesprochen.